Im Bereich der keramischen Gerüst- sowie Verblendmaterialien wurden in den vergangenen Jahren viele Neuheiten auf den Markt gebracht. Beispiel sind hochfeste Zirkonoxide, die als Gerüstmaterial eine gewisse Transluzenz aufweisen. Hinzu gesellen sich Verblendkeramiken, die auf eingefärbten Zirkonoxid-Gerüsten mit einer nur hauchdünnen Schichtstärke (zirka 1 mm) eine beachtenswerte Ästhetik erzielen. 

Monolithisches Zirkonoxid

In unserem Labor arbeiten wir mit dem hochwertigen, transluzenten Zirkonoxid Zolid HT+ (Amann Girrbach). Durch die fließenden Farbabstufungen des Materials von zervikal nach inzisal wird ein natürlicher Farbverlauf simuliert und eine hohe Ästhetik ermöglicht. Mit geübter Mal-Technik gelingt es dem Zahntechniker, auch bei einer monolithischen Restauration eine natürliche Farbgebung und optische Tiefe zu erzeugen. Im Seitenzahnbereich ist die monolithische Restauration u. a. für Patienten mit auffälligen Schlifffacetten auf der Restbezahnung eine Option, um eine dauerhaft stabile Versorgung zu gewährleisten. Bei implantatgestützten, verschraubten Einzelzahnrestaurationen im Seitenzahnbereich schützt diese Art der Konstruktion vor etwaigen Keramikabplatzungen. In Extremfällen kann selbst ein Eckzahn mit einer händisch bemalten Multilayer-Zirkonoxid-Krone – z. B. bei einem Bruxismus-Patienten – eine adäquate Lösung darstellen. Die Kombinierbarkeit der Materialien und die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten mit modernen keramischen Materialien war nie so hoch wie heute. Umso mehr braucht es einen Zahntechniker, der sich fortlaufend über die technischen Möglichkeiten informiert und weiterbildet. 

Hinweis Festigkeit: Es gibt verschiedene Zirkonoxid-Generationen. Diese unterscheiden sich in ihren Eigenschaften, z. B. Festigkeit und Transluzenz. Zu beachten ist, dass mit  abnehmender Opazität (zunehmender Transluzenz) die Biegefestigkeit des Zirkonoxids sinkt. Dementsprechend sind die vom Hersteller angegebenen Indikationen zu beachten.

Hinweise Präparation: Die Pfeilerzähne sind für die Aufnahme von Restaurationen aus Zirkonoxid keramikgerecht zu präparieren. Aufgrund der hohen Biegefestigkeit einiger Zirkonoxide können – je nach Hersteller  – Wandstärken ggf. auf 0,5 bis 0,3 mm reduziert werden. Dies ermöglicht zum Beispiel eine minimalinvasive Präparation; gesunde Zahnhartsubstanz wird geschont. 

Ausführliche Informationen rund um Zirkonoxid in Praxis und Labor sind hier nachzulesen: Werkstoffkunde-Kompendium „Zirkonoxid“